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Legalisierung von Cannabis ist durch – 22.03.2024

Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland tritt gemäß dem Koalitionsvertrag am 1. April 2024 in Kraft[1]. Die Bundesregierung hat entschieden, den kontrollierten Vertrieb von Cannabis zu nicht-medizinischen Zwecken zu legalisieren, was durch das Cannabis Control Act (Cannabisgesetz) ermöglicht wird, das am 23.02.2024 vom Bundestag verabschiedet und am 22.03.2024 vom Bundesrat gebilligt wurde[5]. Diese Maßnahmen unterstreichen das Bestreben, den Verbrauch unter Erwachsenen in lizenzierten Geschäften zu kontrollieren und den Anbau von bis zu drei Cannabis-Pflanzen für den persönlichen Gebrauch zu Hause zu erlauben[1].

Die Legalisierung sieht vor, dass Erwachsene über 18 Jahren Cannabis konsumieren dürfen, allerdings mit Einschränkungen, wie dem Verbot des Konsums in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Jugendeinrichtungen sowie in Fußgängerzonen zwischen 7 Uhr und 20 Uhr[6]. Diese Schritte markieren einen bedeutenden Wendepunkt in der Drogenpolitik Deutschlands und öffnen Türen für Clubs und Apotheken, ein Teil des neuen legalen Cannabismarktes zu sein. Mit der Implementierung hofft die Bundesregierung, den illegalen Handel einzudämmen und den Verbraucherschutz zu stärken, indem ein regulierter Zugang zu THC-reichen Produkten ermöglicht wird[5].

Die Entscheidung des Bundesrates

  • Genehmigung durch den Bundesrat:
    • Am 22. März 2024 hat der Bundesrat die Legalisierung von Cannabis für den Besitz und Anbau zum persönlichen Gebrauch genehmigt [7].
      • Erwachsene dürfen bis zu 25 Gramm besitzen und bis zu drei Cannabis-Pflanzen zu Hause anbauen [7].
      • Der Verkauf und Kauf von Cannabis bleibt illegal [7].
  • Ziele der Gesetzgebung:
    • Die neue Gesetzgebung zielt darauf ab, drogenbezogene Kriminalität zu reduzieren und eine bessere Kontrolle über die Qualität und Verteilung von Cannabis zu ermöglichen [7].
    • Die Ampelkoalition strebt mit diesem Gesetz eine Wende in der Drogenpolitik an [9].
    • Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht in dieser Entscheidung einen Meilenstein in der Drogenpolitik [9].
  • Umsetzung und Kritik:
    • Die Umsetzung, Kontrolle und Einführung einer Amnestie für Cannabis-Delikte obliegt den Bundesländern [9].
    • Trotz Kritik gab es im Bundesrat keine Mehrheit für weitere Verhandlungen [9].
    • Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) betont, dass der bisherige repressive Ansatz gegenüber Cannabis gescheitert ist [9].

Ziele und Erwartungen der Gesetzgebung

  • Reduzierung der Schwarzmarkttätigkeit und Förderung eines verantwortungsvollen Konsums: Die Gesetzgebung zielt darauf ab, den illegalen Markt zu verkleinern und den verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis zu fördern. Dies soll durch die Einführung eines kommerziellen Verkaufssystems erreicht werden, mit geplanten Verkäufen in Apotheken oder lizenzierten Geschäften in ausgewählten Regionen [14] [4].
  • Bildung und Prävention:
    • Die Bundesregierung plant, das Bewusstsein und die Bildung über den Drogenkonsum zu fördern, insbesondere unter Kindern, Jugendlichen und schwangeren Frauen. Zusätzlich werden strengere Vorschriften für das Marketing und Sponsoring von Alkohol, Tabak und Cannabis eingeführt, um Substanzmissbrauch zu verhindern [1].
    • Zusätzliche Mittel werden für Präventionsmaßnahmen und ein Zentrum für Präventionsarbeit bereitgestellt, um die öffentliche Gesundheit zu verbessern und die Qualität von Cannabis zu kontrollieren, wodurch die Verteilung kontaminierter Substanzen verhindert wird [2] [5].
  • Evaluation und gesellschaftliche Auswirkungen:
    • Die Legalisierung von Cannabis wird am 1. April 2024 in Kraft treten und hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen nach zwei und vier Jahren evaluiert. Dabei wird der Fokus auf den Jugendschutz und die organisierte Kriminalität im Zusammenhang mit Cannabis gelegt. Ziel ist es, die Größe des illegalen Marktes und die damit verbundenen kriminellen Aktivitäten zu reduzieren sowie den öffentlichen Gesundheitsschutz zu verbessern [1] [16] [5].

Regelungen für den Eigenanbau und Besitz

  • Besitz und Eigenanbau:
    • Erwachsene in Deutschland dürfen bis zu drei Cannabis-Pflanzen für den persönlichen Gebrauch anbauen [5].
    • Der Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit und bis zu 50 Gramm zu Hause ist erlaubt [15] [17] [4].
    • Cannabis-Samen können aus EU-Mitgliedstaaten für den persönlichen Gebrauch importiert werden [5].
  • Einschränkungen und Strafen:
    • Der Besitz von 25g bis 30g oder 50g bis 60g getrocknetem Cannabis zu Hause gilt als Ordnungswidrigkeit [20].
    • Besitz von mehr als 30g oder 60g getrocknetem Cannabis ist eine Straftat [20].
    • Cannabis-Konsum in der Öffentlichkeit ist in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Spielplätzen und Sportanlagen sowie in Fußgängerzonen zwischen 7 Uhr und 20 Uhr verboten [4].
  • Sicherheitsmaßnahmen und Verkaufsregelungen:
    • Cannabis-Pflanzen, -Samen und geerntetes Cannabis müssen vor Diebstahl geschützt und für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden [20].
    • Der Verkauf und die Verteilung von Cannabis bleiben illegal, außer durch Cannabis-Social-Clubs [14].
    • Die Bereitstellung von Cannabis an Minderjährige bleibt eine Straftat, wobei die Strafen für das Dealen an Minderjährige auf mindestens zwei Jahre Gefängnis erhöht wurden [4].

Anbauvereinigungen und deren Rolle

Anbauvereinigungen, auch bekannt als Cannabis-Clubs, spielen eine zentrale Rolle in der neuen Gesetzgebung zur Cannabis-Legalisierung in Deutschland. Ihre Aufgabe ist es, den Anbau und die Verteilung von Cannabis in einem streng regulierten Rahmen zu überwachen. Hier sind einige wichtige Punkte zu ihrer Struktur und Funktion:

  • Struktur und Mitgliedschaft:
    • Bis zu 500 Mitglieder pro Vereinigung [5] [20] [22].
    • Mindestmitgliedschaftsdauer von drei Monaten [5].
    • Mitglieder müssen über 18 Jahre alt sein und in Deutschland wohnhaft sein [4] [22].
  • Anbau und Verteilung:
    • Erlaubt ist der Anbau von Cannabis für den persönlichen Gebrauch der Mitglieder, mit einer Obergrenze von 25 Gramm pro Tag oder 50 Gramm pro Monat [5] [22].
    • Für Mitglieder unter 21 Jahren gilt eine maximale Menge von 30 Gramm pro Monat mit einem THC-Gehalt von höchstens 10% [4] [22].
    • Der Anbau startet voraussichtlich im Juli 2024 [22].
  • Regulierungen und Sicherheitsmaßnahmen:
    • Einhaltung eines Mindestabstands von 200 Metern zu Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie Spielplätzen [5] [22].
    • Ernennung von Beauftragten für Jugendschutz, Suchtprävention und Beratung [4] [22].
    • Verbot des Konsums von Cannabis innerhalb der Vereinsräumlichkeiten und des Verkaufs von Alkohol, Tabak und anderen suchterzeugenden Substanzen [4] [22].

Diese Regelungen sollen sicherstellen, dass Cannabis in einem kontrollierten und sicheren Umfeld angebaut und verteilt wird, wobei der Schutz von Minderjährigen und die Prävention von Sucht im Vordergrund stehen.

Bedenken und Kritik

Trotz der positiven Erwartungen, die mit der Legalisierung von Cannabis in Deutschland verbunden sind, gibt es auch eine Reihe von Bedenken und Kritikpunkten, die von verschiedenen Seiten geäußert werden:

  • Justiz und Verwaltungsaufwand:
    • Berlin’s Justizsenatorin Felor Badenberg bezeichnet die Legalisierung als „absolut verantwortungslos“ [21].
    • Die Justizministerien der Bundesländer befürchten einen großen bürokratischen Aufwand durch die Entkriminalisierung bestimmter Delikte, da Einzelfälle auf ihre Eignung unter die Amnestieregelung geprüft werden müssen. Dies könnte zu einer erheblichen Mehrbelastung des Justizsystems führen, mit einer geschätzten Anzahl von Fällen in mindestens zehntausender Höhe [21].
  • Überlastung der Justiz und Polizei:
    • Der Deutsche Richterbund äußert Bedenken bezüglich der potenziellen Überlastung des Justizsystems durch die teilweise Legalisierung von Cannabis [11].
    • Die Polizeigewerkschaft (GdP) warnt ebenfalls vor einer möglichen Mehrbelastung der Polizeikräfte durch das neue Gesetz [11].
  • Altersgrenze und gesundheitliche Bedenken:
    • Die niedrige Altersgrenze von 18 Jahren für den Cannabiskonsum wird von Martina Engelhard-Oxe von der Drogen- und Suchtberatungsstelle Sachsen-Anhalt kritisiert, die eine Altersgrenze von 21 Jahren vorschlägt [19].
    • Der Deutsche Verband der Kinderärzte drängt die Regierung, die Legalisierung zu stoppen, und äußert Bedenken hinsichtlich des Jugendschutzes [3].

Schlussfolgerung und Ausblick

In der Gesamtheit der Argumente und Beobachtungen, die die Legalisierung von Cannabis in Deutschland umspannen, zeichnen sich sowohl beträchtliche Hoffnungen als auch ernstzunehmende Herausforderungen ab. Die Entscheidung zur Legalisierung markiert einen signifikanten Wandel in der Drogenpolitik, mit dem Ziel, den illegalen Markt einzudämmen, den Verbraucherschutz zu stärken und zugleich präventive Maßnahmen gegen Missbrauch zu forcieren. Diese Entwicklungen spiegeln eine neue Realität wider, in der die Kontrolle und Regulierung von Cannabis auf eine Weise ermöglicht wird, die gesellschaftliche und gesundheitliche Bedenken adressiert, indem ein sicherer, regulierter Zugang geschaffen wird.

Gleichwohl gilt es, den Dialog und kritischen Diskurs über die Implikationen dieser gesetzlichen Neuerung fortzuführen. Die Bedenken hinsichtlich des Jugendschutzes, der möglichen Mehrbelastung des Justizsystems sowie potenzieller gesundheitlicher Risiken verlangen nach sorgfältiger Beobachtung und eventuellen Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die vorgesehene Evaluation der gesellschaftlichen Auswirkungen wird entscheidend sein, um die Effektivität der Maßnahmen zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Ziele der Legalisierung erreicht werden können, ohne unbeabsichtigte negative Folgen zu provozieren.

FAQs

1. Ab wann ist die Legalisierung von Cannabis in Deutschland vorgesehen?
Ab April dürfen Erwachsene in Deutschland legal Cannabis konsumieren. Dies folgt aus einer Entscheidung des Bundestages.

2. Zu welchem Zeitpunkt findet die Abstimmung über das Cannabisgesetz statt?
Die Abstimmung über das Gesetz zur teilweisen Legalisierung von Cannabis ist für Freitag, den 22. März, angesetzt, trotz der Kritik seitens des CDU-Oppositionsführers.

3. Wann tritt die Legalisierung von Cannabis frühestens in Kraft?
Die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel in Deutschland ist für den 1. April 2024 geplant. Das entsprechende Gesetz wurde vom Bundestag am 23. Februar 2024 verabschiedet.

4. Ab wann ist das Führen von Fahrzeugen unter dem Einfluss von Cannabis legal?
Mit den neuen Regeln, die ab dem 1. April 2024 gelten, wird der Besitz und Anbau von Cannabis begrenzt legalisiert. Die spezifischen Auswirkungen auf Autofahrer, wie etwa die Legalität des Fahrens unter Cannabis-Einfluss, sind noch nicht vollständig geklärt.

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Referenzen

[1] – https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/cannabis-legal-deutschland-ab-wann-22-3-24-id61128726.html
[2] – https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/03/bundesrat-legalisierung-cannabis-berlin-brandenburg.html
[3] – https://www.wiwo.de/politik/deutschland/cannabis-gesetz-bundesrat-macht-den-weg-fuer-cannabis-legalisierung-frei/29334020.html
[4] – https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Cannabis-Was-bedeutet-die-Teil-Legalisierung-in-Deutschland,cannabisfaq100.html
[5] – https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/cannabis/faq-cannabisgesetz
[6] – https://www.focus.de/panorama/cannabislegalisierung-alle-regelungen-ab-april-im-ueberblick_id_259788406.html
[7] – https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/24/1042/06.html?nn=4352768&cms_selectedTab=section-2
[8] – https://www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/24/1042/06.html
[9] – https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/cannabis-bundesrat-102.html
[10] – https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/cannabis-und-krankenhaustransparenzgesetz-22-03-24.html
[11] – https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-03/cannabis-legalisierung-bundesrat-justiz-polizei-kritik
[12] – https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/cannabis-legalisierung-128.html
[13] – https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw08-de-cannabis-990684
[14] – https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/03/cannabis-legalisierung-droge-anbau-kiffen-gesetz-bundestag-rauchen-thc-joint-gras-legal-eigenkonsum-eigenanbau.html
[15] – https://www.deutschlandfunk.de/legalisierung-cannabis-deutschland-ampelkoalition-100.html
[16] – https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/tipps-fuer-verbraucher/cannabis-legalisierung-2213640
[17] – https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/cannabis-legalisierung-passiert-bundesrat-erster-april-100.html
[18] – https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2024/heft/2/beitrag/die-legalisierung-von-cannabis-in-deutschland.html
[19] – https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/cannabis-legalisierung-widerstand-gesetz-bundesrat-102.html
[20] – https://www.brisant.de/gesundheit/drogen/cannabis-legalisierung-526.html
[21] – https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/cannabis-legalisierung-126.html
[22] – https://www.fr.de/politik/kontrollen-mitgliedschaft-cannabis-clubs-legalisierung-deutschland-regeln-zr-92463399.html

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